Planungs- und Kompensationsansatz

Der Entwurf des Raumplanungsgesetzes von 2019 sieht einen Planungs- und Kompensationsansatz vor. Dieser wurde im Hinblick auf die Machbarkeit der Kompensation untersucht.

Kompensationsmechanismus

Die Revision des Schweizer Raumplanungsgesetzes (RPG-Revision) im Jahr 2019 sieht einen neuen Ansatz, den Planungs- und Kompensationsansatz vor. Er soll den Kantonen mehr Handlungsspielraum für das Bauen ausserhalb der Bauzonen geben, indem er es erlaubt, Entwicklungen, die unter den heutigen planungsrechtlichen Bestimmungen nicht möglich sind, planerisch zu erfassen und umzusetzen, ohne dabei weitere Ausnahmetatbestände zu generieren.

Der Planungs- und Kompensationsansatz besteht aus zwei verschiedenen Ansätzen: dem Gebiets- und dem Objektansatz. Der Kerngedanke des Gebietsansatzes ist es, Zonen für nicht standortgebundene Nutzungen auszuscheiden, um spezifischen kantonalen oder regionalen Eigenheiten Rechnung zu tragen.
Die Idee des Objektansatzes ist es, von den Regelungen bezüglich der Erweiterung einer bestehenden Baute oder Anlage nach Art. 24c, 24d oder 24f RPG raumplanerisch begründet und massvoll abweichen zu können, um – wie beim Gebietsansatz – spezifischen kantonalen oder regionalen Eigenheiten Rechnung zu tragen.

Für die Genehmigung von Vorhaben nach dem Gebiets- oder Objektansatz muss ein übergeordnetes Interesse bestehen. Des Weiteren wird eine Kompensation vorausgesetzt. Beim Gebietsansatz gehören neben den eigentlichen Kompensationsmassnahmen, wie Realkompensationen oder eine bessere räumliche Anordnung von Nutzungen, auch Aufwertungsmassnahmen in einem weiteren Sinne dazu.

Ziel des Projektes war es, einen Kompensationsmechanismus für das Bauen ausserhalb der Bauzonen zu entwickeln und seine Machbarkeit zu beurteilen. Es wurde eng mit verschiedenen kantonalen Fachstellen und Fachstellen des Bundes sowie mit den Kantonsplanerinnen und -planern zusammengearbeitet, um praxistaugliche Empfehlungen geben zu können.

Projektdaten

Projektteam

Prof. Dr. Adrienne Grêt-Regamey ETH Zürich, PLUS (Projektleitung)
Sven-Erik Rabe ETH Zürich, PLUS
Isabel Zelger ETH Zürich, PLUS

Partner

Sofies-Emac AG; Zürich
Dr. Martin Fritsch
Domenica Bucher
Lilian Zihlmann

Auftraggeber

Bundesamt für Raumentwicklung ARE im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK; Bern
Dr. Maria Lezzi, Direktorin

Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz BPUK; Bern
Christa Hostettler, Generalsekretärin

Projektdauer

Juni 2018 bis Juni 2019

Kontakt

Sven-Erik Rabe ETH Zürich, PLUS

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